Yamaha PSR-E453 im Test

Yamaha PSR-E453 Instrument
Bei Einsteiger-Modellen im relativ preisgünstigen Bereich schwanken die Unterschiede zwischen einem Keyboard in den Preisbereichen unter 350 Euro und einem Modell der oberen Mittelklasse doch recht stark. Umso erstaunter bin ich jedes Mal, wenn mir in einer günstigeren Preisklasse ein voll ausgestattetes Keyboard mit einer Vielzahl an nützlichen Funktionen begegnet. Das 2014 getestete Yamaha PSR-E433 war ein gutes Beispiel eines Keyboards, das einen breiten Funktionsumfang, viele Experimentierfunktionen ein hervorragendes Y.E.S Tutorialsystem und viele gute Eigenschaften zu dieser Preisklasse bot und dafür wurde es zum damaligen Testsieger auserkoren, obwohl das Gerät schon einige Jahre auf dem Buckel hatte. Nun kommt mit dem Yamaha PSR-E453 Keyboard ein aktuelleres Modell der PSR-E Klasse und natürlich bin ich gespannt darauf, ob die technischen Möglichkeiten sich nochmals verbessert haben und ob das Keyboard für Anfänger und Einsteiger eine gute Wahl ist.

Yamaha PSR-E453: allgemeine Infos

Erster optischer Eindruck allgemein

Yamaha PSR-E453 im Einsatz

Eins muss man dem Keyboard schon mal lassen: die Hersteller haben an den Funktionen und Knöpfen nicht gespart. Vom Grundprinzip her hat Yamaha das System beibehalten: die Drehregler, das Pitch Bend Rad sehen in der Konstruktionsweise wenig verändert aus. Dafür wurden viele Knöpfe überwiegend im schwarzen Farbton gehalten. Schwarz ist zwar die Farbe der Trauer. Doch traurig wird man bei der Anordnung der Funktionen nicht gerade. Im Gegenteil: die Anordnung der Knöpfe wirkt ein wenig aufgeräumter und sammeln sich nicht wie beim PSR-E433 nicht in Zweierreihe dich nebeneinander.

Dafür wurde im neuen Modell die Größe der Lautsprecher nach außen gedrückt und klar trennbare Funktionen links und rechts vom Display platziert. Das ist vom ersten Eindruck her gut gelöst. Selbst wenn man schon mehrere Jahre Erfahrung auf einem Keyboard dieser Art gesammelt hat, können neue Anordnungen dieser Art ein anderes Gefühl in der Bedienkomfort bedeuten. Insgesamt wirkt das PSR-E453 Modell ein wenig größer und ist in der Tat auch sehr prachtvoll!

 

Yamaha Keyboard Oberfläche
Das Yamaha PSR-E453 präsentiert als Nachfolger des PSR-444 wieder im schwarzen Gewand. Die Buttons für die jeweiligen Funktionen sind neu angeordnet und wirken aufgeräumter. Ansonsten behält Yamaha seine gewohnte Struktur für die PSR-E Reihe bei.

Erster Eindruck beim Display

Yamaha PSR-E453 DisplayUnd bei einem größeren Keyboard wäre eigentlich mehr Spielraum für ein größeres Display gewesen! Der LCD Bildschirm leuchtet auch bei Dunkelheit ordentlich und lässt die Anzeigen gut darstellen. Aber die Informationen auf dem Bildschirm sind meiner Meinung nach immer noch etwas klein ausgefallen und ein wenig verschwommen ausgefallen, wenn man etwas weiter weg vom Keyboard sitzt. Schön in der Konstruktion ist die Umhüllung des Displays mit einer durchsichtigen Plastikumhüllung, die das Erscheinungsbild des Keyboards ein wenig edler strahlen lässt. Nachdem das Vorgängermodell PSR-E443 noch mit Grautönen eine triste Erscheinung macht, kehrt man wieder zurück zum edlen Schwarzton. Und eine einladende Optik lädt doch eher zum Spielen ein. Insgesamt ist der erste Eindruck durchweg positiv.

Ein wenig abschreckend könnte für Anfänger die scheinbar große Zahl an Knöpfen, Drehreglern und Funktionen sein und hier könnte man auch angesichts der vielen Klangfarben das Gefühl haben, überfordert zu werden. Der Test wird aber zeigen, dass die Sorge unbegründet ist.

Technik des PSR-E453: was hat sich verändert?

Yamaha PSR-E453 Tasten

Wenn man ein Upgrade beim Keyboard sich herbeisehnt, möchte man doch auch wissen, wo die großen Unterschiede zum Keyboard sind! Bei Spielekonsolen merkt, Smartphones usw. merkt man die Qualitätsunterschiede deutlich. Bei Keyboards, an denen technisch gefeilt werden und die im Grunde bei guter Klangqualität eine hervorragende Performance liefern, muss man da schon genauer schauen. Aber betrachten wir mal die wichtigsten technischen Eigenschaften:

Yamaha PSR-E453 mit Drehregler

Das Yamaha PSR-453 arbeitet, wie es sich Einsteigerkeyboards dieser Preisklasse unüblich ist, mit 61 Tasten mit Anschlagdynamik. Natürlich ist hier keine Hammermechanik eines Klaviers zu erwarten, sondern leicht spielende Tasten, die angenehm mit den Fingern zu spielen sind. Für ein breites Farbspektrum an Klängen sorgen 758 Klangfarben, 220 Begleitstyles und eine 48-fache Polyphonie. Für einen erhöhten Funfaktor kommen noch die vorgefertigten Tracks über die DJ Patterns auf, die ihr sinnvoll mit den Klanginstrumenten kombinieren könnt. Im Grunde orientiert ihr euch letztendlich an den folgenden vier Knöpfen für euer gewünschtes Klangerlebnis:

Yamaha PSR-E453 Klangfarben

Zu den Klangerlebnissen kommen noch sogenannte Sweet! Voices (natürliche Klangerzeugung) und Cool! Voices (Wiedergabe einer dynamischen Klangfarbe von elektronischen Instrumenten) hinzu.  Die Einstellungen der einzelnen Klangfarben und Styles könnt ihr über den Drehregler rechts neben dem Display oder über die Tasteneingabe einstellen. In der Klangtechnik hat das Yamaha PSR-453 ordentliche Werte aufzuweisen, wenn man die Vielfalt Instrumenten von verschiedensten Ländern mal anhört! Am besten ihr macht euch selbst ein Bild von der Klangqualität. Im folgenden Video von OostendorpMusic wurden mehrere Klänge ausgetestet:

Was manchmal ein wenig stört, ist die Tatsache, dass gespielte Töne von Styles und den gespielten Songs ein wenig im Zusammenspiel ein wenig untergehen. Da müsste man  an den Lautsprecheranlagen noch ein wenig feilen. Zudem ist die Anzahl der Voices mit über 700 Klängen, die zum Teil einer Klangfarbengruppe gehören meiner Meinung nach ein wenig zu hoch, weswegen man schnell den Überblick mal gern verliert. Dennoch ein großes Lob: trotz der Vielzahl an Möglichkeiten wurden die Funktionen sauber und strukturiert voneinander getrennt und als Anfänger kommt man schnell rein, welche Funktionen für was zuständig sind.

Technik: DJ Stärken des Keyboards

Yamaha Keyboard der neuen PSR-Serie

Dieses Instrument dürfte DJs interessant sein. Denn klar erkennbar auf dem Keyboard ist der Knopf DJ Patterns. Ihr habt vorgefertigte Tracks und könnt ihn dann in eurem eigenen Clubhouse live soundtechnisch variieren. Dafür stehen u.a. die Live Regler, das Pitch Bend Rad und natürlich die Tasten auf dem Keyboard zur Verfügung. Das Pitch Bend Rad ganz links am Rand passt den Tastenton in Echtzeit an, währen die Live-Regler für Filtereffekte und somit für Variationen in der Klangfarbe hergenommen werden. Auch die Anpassung mit den Styles ist hier möglich.

Das Keyboard ist natürlich kein DJ-Pult! Im Keyboard sind die Tracks aus den Genres wie House und Elektro  integriert, die zusammen mit eurem Spiel zur Geltung kommen. Her lassen sich mit den passenden Instrumentalklängen wunderbare Sounds verknüpfen. Mit den Knöpfen von Track Control lassen sich bei DJ Pattern einzelne Klangelemente wie Drums ausschalten und ihr hört nur den Rest. Kleine Kostprobe gefällig? Hier im Channel von YamahaMusicRussia erhaltet ihr einen guten Eindruck von den Möglichkeiten:

32 Einstellungen lassen sich im internen Registrierungsspeicher festhalten. Das sind die 4 Tasten mit je 8 Registrierungsbänken. Verändert hat sich auch im Nachfolgermodell der PSR-E Serie wenig. Doch die Einstellungen lassen sich glücklicherweise auf externe Speichergeräte transferieren, was viel mehr Spielraum für die Künstler bedeutet.

Schauen wir uns mal die technischen Optionen links neben dem Bildschirm mal an. Auffallend ist, dass hier auf die alten Erfolgskonzepte der PSR-E Keyboards gesetzt wurde. Im Voice Control Bereich finden wir die Split Funktion für verschiedene Instrumente für die rechte und linke Hand, die Dual-Funktion, Harmony sowie die Arpeggio Funktion, mit der beispielsweise Akkorde als zusammenhängende Sequenz der verknüpften Töne gespielt werden. Vom Funktionsumfang her hat sich nicht viel verändert und mit ein wenig Experimentierfreude am Instrument hat man auch als Anfänger den Dreh schnell raus, wofür die Funktionen gut sind.

Die wichtigsten Unterschiede in der Technik

ModellYamaha PSR-E453Yamaha PSR-E 433
Polyphonie48-fach32-fach
Klangfarben &
Styles
758 Klangfarben
220 Begleit Styles
8 Sweet! Voices
3 Cool! Voices
3 Dynamic Voices
731 Klangfarben
186 Begleitstyles
Sweet! & Cool Voices
5 Sweet! Voices
3 Cool! Voices
3 Dynamic Voices
Effekte -
Funktionen
Dualfunktion
Splitfunktion
Arpeggio
Melodieunterdrückung
Crossfade
Dualfunktion
Splitfunktion
Arpeggio
Lautsprecher2 x 6 Watt
12 cm x 2
2 x 2,5 Watt
12cm x 2 + 3cm x 2

Größe, Umfang & Anschlüsse des Yamaha PSR-E 453

Yamaha PSR-E453 Anschlüsse

Mit den Maßen 104,5 x 49,5 x 21 cm (LxTxH) zeigt das Nachfolgemodell ordentliche Performance und übertrifft die Vorgängermodelle deutlich. Man könnte meinen, dass so Gerät wesentlich schwerer ist. Doch mit lediglich 8 kg lässt sich auch dieses Yamaha Keyboard problemlos überall hin transportieren! Bei den Anschlüssen sind alle wichtigen enthalten. Neben dem obligatorischen Netzanschluss (DC IN 12V) und dem Anschluss für Kopfhörer sind ein Anschluss für Sustain Pedal, ein AUX In Anschluss sowie die USB TO DEVICE und die USB TO HOST Anschlüsse integriert.

Die wichtigsten Lernfunktionen für das Yamaha Keyboard

listentimingwaiting

Das Yamaha PSR-E453 folgt seiner treuen Linie und bietet auch hier das weltbekannte Y.E.S Lernsystem. Mit seinen bekannten Listening, Timing und Waiting Funktionen wird der Spieler schrittweise in den Song eingeführt. Und die beschreibe ich mal kurz!

  • Bei Listening hört der Spieler den Song und  macht sich hier mit der Musik vertraut. Auch hier lassen sich dank des Funktionsumfangs die vielfältige Welt der Klänge nochmal geistig aufnehmen!
  • Bei Timing ist die Aktivität des Spielers gefordert und Fehler, falsche Tastenanschläge blendet das System aus. Anpassung zum Rhythmus und zur Geschwindigkeit des Lieds stehen hier somit im Fokus und da sind Fehler beim Spielen natürlich normal.
  • Bei Waiting seht ihr die Noten auf dem Bildschirm und das System wartet solange bis die richtige Note gespielt wird. Es gibt hierbei auch ein kleines Feedback am Ende wie z.B. „OK“.

  • Eine große Stärke des Keyboards sind die ausdrucksstarken Lautsprecher, die bei angemessener Lautstärke sehr wohltuend für die Ohren sind. Dadurch ist das Spielgefühl mit Lernsystemen wie Flowkey auch sehr angenehem, wo der Klang aus dem Instrument direkt in der App registriert wird und die müssen klar und deutlich hörbar sein! Der passende klang in den Ohren ist eine technische Herausforderung für elektronische Musikinstrumente mit Tasten. Zwar ist das Yamaha PSR-E453 kein Tyros Modell und kommt auch nicht an die Instrumente der oberen Mittelklasse an. Doch die Klangqualität ist gut gelungen! Und mit der Vielzahl an Optionen macht das Spielen mit einer Variation an Klängen noch mehr Spaß.

Lernsystem mit kleinen Schwächen

Zwar sieht das Display minimal verbessert aus. Doch auch hier wäre eine größere Darstellung der Noten auf den passenden Notenzeilen wünschenswerter gewesen. Wünschenswert wäre eine Kategorisierung von Songs von sehr leicht bis schwierig gewesen wie es bei Casio LK-Modellen mit Anfängersongs wie Twinkle Twinkle Little Star bis hin zu Chopins Etüden gemacht wird. Aber auch mit den integriereten Songs (z.B. Für Elise, Lorelei,PF Concert) werden Spielanfänger auch eine Weile zu tun habe. Die Songs müssen die Spieler bei Waiting in der Regel in einem Stück durchspielen werden und werden nicht in einzelne Parts unterteilt, weswegen das Lernen von Noten hier als unbedingte Voraussetzung zum Spielen fast schon unverzichtbar ist.

Es gibt zwar die Möglichkeit, bei Songs einzelne Parts zu markieren (A–>B Variante) und sie mit der Lernfunktion zu verknüpfen. Aber das ist eher willkürlich und nicht einer festen Struktur eines Lernsystems vorgegeben. Es erinnert mich eher an die Marker bei einem klassischen DJ Pult, wo man die einzelnen Parts bearbeitet.

Fazit: Yamaha PSR-E453 bietet ordentlich viel Performance

Yamaha PSR-E453 Instrument

Ich war anfangs ein wenig skeptisch, ob die technischen Upgrades wirklich eine Verbesserung darstellen. Doch nicht ohne Grund wurde das Yamaha PSR-E453 zu den Top Einsteiger-Keyboards auserkoren. Das Instrument punktet mit einer breiteren Fülle an Klangfarben, mit ausdrucksstarken Lautsprechern und einer nutzerfreundlichen Bedienung. Die Möglichkeit, seine Experimentierfreude durch flexiblen Optionen auszuleben, sind auch willkommen. Ein wenig mehr Mut sollte Yamaha bei Upgrades schon aufbringen. Man besinnt sich auf die alten Stärken! Deswegen bietet das Nachfolgermodell dem User eigentlich nichts Neues, sondern bewährte Stärken im neuen Format mit minimaler Verbesserung. Insgesamt aber eine ordentliche Performance!

Note 1-