Yamaha PSR-E353 Keyboard im Test

Auch wenn hohe Qualitätskriterien bei Keyboards maßgeblich die Kaufentscheidung beeinflussen, ist der Preis letztendlich ein Faktor, worauf zuerst geschaut wird. Das Yamaha PSR-E353 Keyboard ist in meinen Augen ein Zwischending zwischen einem hochwertigen Instrument wie dem PSR-443 und einem minimalistisch gehaltenen Modell wie beim Beispiel von Yamahas PSR-F50. Nicht too much, aber auch nicht zu wenig im Funktionsumfang – kann es ein gutes Keyboard für Anfänger sein? Wie bei allen bisher getesteten Keyboards wird der Fokus auf die Prüfung der Qualität im Hinblick auf den Preis gesetzt sein.

Zwar hat ein 100 Euro Gerät weitaus weniger Funktionen, kann aber im Vergleich zur Konkurrenz durch einzigartige Qualitätsmerkmale ordentlich punkten. Wie gut sich das neue Yamaha Keyboard in dieser Preisklasse im Jahr 2015 schlagen wird, wird der Test belegen.

Allgemeine Infos zum Yamaha PSR 353 Keyboard

Erster optischer Eindruck

Yamaha PSR-E353 Oberfläche

Der erste Eindruck ist entscheidend und die ersten gemischten Gefühle breiten sich bei mir aus. Ein überwiegender Anteil an dunklen Tasten auf grauem Gehäuse vermittelt auf den ersten Blick optisch keinen guten Eindruck. Gerade, wenn man als blutiger Anfänger die ersten Steps auf dem Keyboard machen will, ist eine geordnete Struktur, die gern wie beim PSR-F50 Modell farblich hervorgehoben wird, kein schlechter Ansatz. Doch eine geordnete Struktur bei den Funktionen und klar erkennbare Schriften bei den Buttons sorgen für Pluspunkte.

Könnte nachteilig sein, ist aber bei Yamaha Keyboards typisch: oben links sind auch bei diesem Modell keine Angabe zu den Songtiteln zu sehen wie sie bei Casio LK-Modellen schön aufgelistet sind. Aber das ist letztendlich Geschmackssache! Das Plastikgehäuse wirkt wenig qualitativ, ist aber kein großer Nachteil für den privaten Gebrauch.

Technik

Rund 227 Euro kostet das Gerät und da erwartet man im Gegensatz zu 100 Euro Geräten doch etwas mehr Leistung. Zumindest die Mindestanforderungen sind erfüllt. Das Yamaha PSR-E353 besitzt 61 anschlagdynamische Tasten mit einer 32-fachen Polyphonie, was speziell bei Pianoklängen für ein Keyboard dieser Art absolut ausreichend ist. 573 Klangfarben, 158 Begleitstyles, eingebaute Metronomfunktion und über 100 integrierte Songs, die im Y.E.S (Yamaha Education Suite) Modus eingebaut sind, sind mehr als üppig. Sehr lobenswert: obwohl die Töne elektronisch erzeugt werden, wirken sie nicht abrupt und abgehackt. Der Klang ist für ein Modell in dieser Preisklasse gut und im Spielfluss optimal integriert.

Vielfalt an Einstellungen

Eure Einstellungen, darunter Klangfarben, Styles,Tempo, Dual- sowie Splitfunktion, Effekttypen (Reverb, Master EQ, Chorus und Harmony) lassen sich in den Registrierungsspeichern ablegen und das sieht man erstaunlicherweise bei Instrumenten in dieser Preisklasse und in dieser Qualität kaum. MIDI Files (SMF-kompatible Formate) lassen sich bearbeiten, indem per Knopfdruck andere Instrumentalklänge modifiziert werden.

Unverzichtbare Features

Ist die Verbindung mit iPad hergestellt, lassen sich Klangparameter anhand der Apps optional anpassen (vgl. Option eines Pitchbend Drehrads bei der App „Sound Controller“). Auch die Filterung der Gesangsstimmen mithilfe der Funktion „Melody Surpressor“, mit denen man die Stücken mit den Liedern als Playback im Hintergrund spielt, ist eine kreative Funktion. Und die Verbindung mit einem Music Player geht recht simpel mit dem AUX-IN Player und den entsprechenden Kabeln. Wollt ihr einige Features und Klänge vom Yamaha PSR-E353 anhören? Hier im Channel von Alamo Music Center werden mehrere Instrumentalklänge präsentiert:

 

Etwas klein ausgefallen, aber dennoch zeitgemäß ist das beleuchtete LC Display: klar zu erkennen sind vor allem die gesamte Klaviatur, das zu übende Pianostück, die Angaben der Styles, Klänge sowie die Noten der beiden Notenschlüssel. Im Vergleich zum Vorgänger PSR-E343 hat sich also optisch wenig geändert.

Das Yamaha PSR-E353 wurde mit dem Yamaha EZ-220 verglichen, das in der gleichen Preisliga spielt. Und auf den ersten Blick fällt der breite Funktionsumfang des PSR-E353 Modells auf.

ModellYamaha PSR-E353
Yamaha EZ-220
Tasten
61 Tasten Anschlagdynamik
61 Tasten Anschlagdynamik
Sounds573
392
Begleitstyles158136
EffekttypenReverb
Chorus
Master EQ
Harmony
Ultra-Wide Stereo
Reverb (9 Typen)
DisplayLCD beleuchtetLCD unbeleuchtet
FunktionenDual-Funktion
Split-Funktion
Sustainpedal
Sustainpedal
Anzahl der
Songs
>100100+1 Demosong
DatentransfersMIDI Files (SMF, SFF)Page Turner App
Registration
Memory Speicher
vorhanden , 9 Plätzenicht vorhanden

Anschlüsse

Wie bei Keyboards in dieser Preisklasse nicht anders zu erwarten, ist die Anzahl der Anschlüsse überschaubar groß gehalten. Dennoch sind die wichtigsten gegeben: neben einem DC Netzkabelanschluss gibt es einen Kopfhörerausgang, einen AUX IN Anschluss mit der integrierten Melody Suppressor Funktion, einen Anschluss für Sustainpedal sowie einen USB to Host Anschluss. Was die Anschlüsse angeht, bleiben kaum Wünsche offen. Bleibt zu hoffen, dass die Verbindung zu externen Geräten in Zukunft durch WiFi- , WLan- und anderen Drahtlosverbindungen noch weiter ausgebaut wird. Denn ein Extrakauf eines i-UX1 Adapter für iOS Geräte ist nicht gerade billig und man kann als Anfänger nicht einschätzen, ob Apps dringend benötigt werden.

Größe und Umfang

Schon die prachtvolle Größe des Keyboards lässt das Herz eines Musikanfängers höher schlagen. Mit Abmessungen von 945mm x 368mm x 122mm ist das Yamaha PSR-E353 dank seiner üppigen Ausstattung eine richtige Augenweide und lässt sich mit seinen 4,4 Kilos problemlos überall transportieren.

Die wichtigsten Lernfunktionen für Anfänger

Das berühmte Y.E.S Lerntutorial

Auch beim Yamaha PSR-E353 ist das bekannte Yamaha Education Suite System integriert. Und in diesem System sind die Optionen Listening, Watch und Timing integriert, die auch in diesem Artikel kurz beschreiben will.

Listening

Ihr wählt das Lied aus und der Spieler lauscht den Tönen der Musik. Als erster Schritt ist das Hören und Lauschen zur Musik eine grundlegende Basis, um das Lied zu verinnerlichen. Denn das Verständnis für die Musik beginnt mit dem Hören und mit dem Mitsummen zur Musik prägt sich ein Spieler die Melodie viel besser ein.

Danke der üppigen Optionen der Klanginstrumente und den Möglichkeiten der Sound Control Regler lassen sich andere Klangfarben anhören. Gerade wenn man nicht spielt, lassen sich Klangexperimente für die Ohren kreieren. Das fördert durchaus die Motivation und erhöht unter Umständen das Interesse an den Klängen.

Timing

Das Lied wird gespielt und egal, welche Tasten ihr spielt, das Lied läuft weiter und berücksichtigt keine Fehler. Es geht hier darum, Timing und Rhythmus für die Melodie entwickeln. Schlägt ihr auf der einen und selben Taste an, wird allerdings der Ton gespielt, der laut der Displayanzeige und dem Song als nächstes gespielt wird. Das klingt ein wenig befremdlich, doch hier sollte der Anreiz gesetzt sein, letztendlich die richtigen Tasten zu spielen. Wenn ihr ein Lied scheinbar schon beherrscht, dient Timing quasi als Kontrollfunktion. Das Nichtspielen einer Note unterbricht den Melodiefluss und das merkt der Spieler beim Hören eindeutig!

Waiting

Das Lied wird solange gespielt, bis der Spieler den ersten Fehler macht. Das Keyboard wartet solange, bis der Spieler die richtige Note spielt. Diese Tutorial-Option verlangt vom Spieler das Spielen der zugehörigen Note. dabei sollte man das Timing der zu spielenden Note berücksichtigen.

Waiting ist der logische dritte und letzte Schritt im Y.E.S. System. Während der Spieler sich zuerst mit der Melodie vertraut gemacht hat und anschließend das passende Timing verinnerlichte, erfolgt die perfekte Spielweise im letzten Schritt. Von daher sind die Lernschritte sinnvoll aufeinander abgestimmt.

Das Keyboard weist eine gute Klangqualität auf. Dieses entscheidende Qualitätskriterium wird meist unterschätzt. Dabei ist die Freude an der Musik beim perfekten Spielen von der Klangfarbe abhängig und sie ist nicht nur in diesem Tutorialsystem vorhandne.

Kleine Schwächen

Eine kleine Schwäche gegenüber den Tutorialsystemen habe ich allerdings ausgemacht. Die Lernsessions sind überwiegend auf einem Knopf beschränkt, bei anderen Keyboards wie die Casio LK Modelle sind die Funktionen (Listen, Watch, Remember) auf separaten Knöpfen zu finden. Gerade wenn man mehrere Songs nur mit der Watch-Funktion übt, ist das ständige Hin- und Herdrücken eine lästige Angelegenheit.

Es sieht auch so aus, als ob Yamaha sein Y.E.S. System noch weiter ausbaut: mit Funktionen wie Chords Dictionary (auch sinnvoll: in Verknüpfung mit Apps) sowie der Funktionen beim Lernen in 9 Schritten können die Spieler auch einzelne Parts des Songs gezielt üben. Das ist eine erfreuliche Funktionserweiterung und unterstützt Anfänger noch mehr!

Fazit:

Die Erwartungshaltung an ein Keyboard, das für etwas mehr als 200 Euro auf dem Markt zu ergattern ist, sind nicht so groß gewesen. Doch obwohl das Modell sich gegenüber dem Vorgänger sich nur in einigen Bereichen (mehr Styles, 150 unterschiedliche Arpeggio Typen), sprechen die sehr guten Rezensionen und Bewertungen auf zahlreichen Portalen für sich. Das Keyboard hat in der Verarbeitung, in der Optik sowie bei einigen Funktionen noch minimalen Verbesserungsbedarf nötig. Doch der Funktionsumfang, das erweiterte Y.E.S. System und die Klangqualität sprechen für sich. Das Yamaha PSR-E353 ist ein echtes Einsteiger-Keyboard!

 Note 2+

 

 

 

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