Keyboard

Das richtige Alter zum Lernen neuer Instrumente

Vor Kurzem war ich in Vietnam unterwegs, um meine Familie in Vietnam zu besuchen. Bei den unterhaltsamen Diskussionen wurde ich natürlich gefragt, wie dieses und jene Wort eigentlich auf Deutsch übersetzt wird. Und Deutsch ist sicherlich keine einfach Sprache, die man auf die Schnelle erlernt. So brachte ich meiner Tante, die zur Ü-40 Generation gehört, einige Wörter bei. Doch sie hatte größte Schwierigkeiten, die Wörter richtig auszusprechen. Die Tochter, die 14 Jahre alt war, hatte allerdings keine Probleme. Denn sie hatte nicht nur den Vorteil, dass sie mit der englischen Sprache aufwuchs und zwei Sprachen gleichzeitig sprechen konnte, sie war auch in einem jungen Alter, wo die Lernprozesse sich stärker in das Gedächtnis der Kinder einnisten konnte. Doch in welchem Alter lernt man am besten ein Instrument?

Das ideale Alter zum Lernen neuer Instrumente….

gibt es nicht. Allerdings kann aufgrund frühpädagogischer Entwicklungsprozesse festgehalten werden, dass ein Kind beim Erlernen von Noten auf dem Keyboard oder auf dem Klavier schon im frühen Alter kognitive Prozesse durchmacht, die es ihm ermöglichen, auf spielerische Weise die Musik kennenzulernen und sie im Kopf anzuspeichern, um das Erlernte schnellstmöglich anzuwenden.

Wenn man das mit den Junior Music School Kursen von Yamaha vergleicht: Kinder lernen schon im Alter von 6 Jahren Lieder anzuhören, mitzusingen und nach einigen Jahren auch einige Kompositionen selbstständig zu kreieren. Noten lesen ist dabei so selbstverständlich wie allgemeines Schreiben und Lesen im Klassenzimmer, das dabei kontinuierlich mit den Jahren vertieft und geübt wird. Von daher haben kleine Kinder einen gewissen Vorteil, wenn es darum geht, sich für bestimmte Lernfelder zu sensibilisieren und können schon in jungen Jahren schon selbst erkennen, ob sie später eine Musikkarriere einschlagen wollen. Absolute Voraussetzung ist aber, dass sie es auch wollen. Denn die Eltern können ein Kind nicht dazu zwingen ein Instrument zu spielen in der Hoffnung, dass es einen Intelligenzschub gibt. Das wäre kontraproduktiv!

Bei erwachsenen Menschen, die schon 30 oder älter sind, sind die Lernprozesse ganz andere. Man steht vielleicht schon fest im Beruf, hat weniger Zeit, hat elterliche Pflichten als Elternteil und andere Angelegenheit, die oberste Priorität genießen. Das Lernen neuer Instrumente gerät vielleicht in den Hintergrund. Doch das muss nicht die Regel sein, wenn man sich anschaut, dass die Lernbereitschaft bei viel älteren Generationen, die sich wieder in den Vorlesungssaal hocken, erstaunlich groß ist. Harald Genzmer war bis zu seinem Todestag 2007 ein Komponist, der für die Münchner Philharmoniker aktiv war und bis zu seinem Tod die Keltischen Impressionen in vier Sätzen mit Flöte und Harfe kompnonierte – wohlgemerkt bis zu einem Alter wo er 98 Jahre alt wurde. Schon diese Leistung belegt, dass Musik nicht von Altersbeschränkungen geregelt ist, sondern vom Willen, Leidenschaft und der Lernentwicklung der Menschen. Diese ist bei allen Menschen unterschiedlich ausgeprägt.


Harald Genzmer-Concertino №2 for pano and strings (zaswer1)